MICHAEL REISCH – ISABELLA TIL

Present Progressive


16 February – 31 March 2018

Opening Reception
Friday, 16 February 2018
6 – 9 pm

In context of DÜSSELDORF PHOTO.


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Michael Reisch
Ohne Titel (Untitled), 17/010, 2017, 75x60 cm, Digital C-Print(Fujiflex) /Frame(Wood)/Museum Glass Edition 6 + 2 AP


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Isabella Til
Area 6.5, 2017, 50x40 cm, permanent ink, acryl on paper, unique


Sowohl in den Arbeiten von Michael Reisch als auch von Isabella Til steht ein experimenteller Ansatz im Vordergrund, bei dem die Grenzen des Mediums Fotografie
erweitert werden. Arbeitsweisen, die traditionell der Computergrafik, der Malerei, der Skulptur, dem Produktdesign und der Architektur vorbehalten schienen, werden in die fotografischen Werke mit einbezogen, die Fotografie wird im Hinblick auf den zeitgenössischen post-fotografischen Diskurs reflektiert und tritt in neuem, digital konstituiertem Gewand zu Tage.

Michael Reisch’s Arbeiten loten die Grenzen und damit das Verständnis des Mediums Fotografie in radikaler Art und Weise aus. Sein Arbeitsprozess beginnt kameralos, ohne Anknüpfungspunkte in der realen Welt. Er generiert digital, mit Hilfe des Computers, optische Täuschungen, gegenständlich anmutende Gebilde, die er anschließend „materialisiert“, d.h. mithilfe von CAD-Programmen nachempfindet und als „Skulpturen“ 3D-druckt. Diese rein digital konstituierten, „neuen Objekte“ werden im Anschluss fotografiert. Er kehrt hierbei die traditionelle fotografische Vorgehensweise um, Reisch gelangt von Algorithmen zu realen, fotografierbaren Sachverhalten, anstatt von realen Sachverhalten zu Informationen/Bildern. Die Fotografie generiert im Werk von Michael Reisch ihre eigenen Motive und bedient sich dieser.

Isabella Til erstellt Unikate mit Mitteln der Überlagerung von Malerei, digitaler Computergrafik und fotografischen Arbeitsvorgängen. Selbst erstellte malerische und fotografische Vorlagen werden digital dekonstruiert und in sich überlagernden Schichten wieder neu konfiguriert, wobei der Bildfindungsprozess mithilfe digitaler Tools ebenso intuitiv wie mit hergebrachten bildnerischen Techniken erfolgt. Durch die teilweise Übermalung der fotografischen Vorlagen entsteht eine zusätzliche, sinnlich erfahrbare Ebene, ein Spannungsfeld zum digital erstellten Bild. Isabella Til’s subtile Arbeiten auf Papier spielen mit Referenzen an den Konstruktivismus oder das Bauhaus.

Beide Werke changieren zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, zwischen „fotografischem“ Realismus und digitaler Überformung.


Michael Reisch (1964 Aachen)
Gerrit Rietveld Akademie, Amsterdam
Kunstakademie Düsseldorf, 1986 bis 1991 Kunststudium Rietveld Academie Amsterdam und Kunstakademie Düsseldorf, 2002 Stipendiat Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW, 2007 Stipendiat Stiftung Kunstfonds Bonn, seit 2013 Professur Fotografie und Digitale Medien, Alanus-Hochschule, Bonn-Alfter. Zahlreiche internationale Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u.a. Hypo-Kunsthalle München, Kunstmuseum Bonn, Museum Kurhaus Kleve, Kunsthal Rotterdam, Scottish National Portrait Gallery, Residenzgalerie Salzburg, Landesgalerie Linz, Kunsthalle Erfurt, Fotomuseum München. Zahlreiche
Publikationen und Bücher, u.a. "New Landscapes", Hatje-Cantz Verlag, 2010 und "Selected Works", Kerber Verlag, 2013. Sammlungen u.a. LACMA Los Angeles, USA; National Galleries Edinburgh, UK; Kunstmuseum Bonn. Lebt und arbeitet in Düsseldorf.


Isabella Til (1964 Köln)
studierte Kommunikationsdesign and der Folkwangschule Universität Essen mit den Schwerpunkten Fotografie, freie Grafik und Corporate Design. Als Designerin arbeitete sie für namenhafte Studios und Kunden, wie Swarovski, Audi, otelo, Kirch Media Group, E.ON, Linde. Für ihre Arbeiten erhielt sie zahlreiche internationale Auszeichnungen, u.a. Type Directors Club New York, Red Dot Award sowie Art Directors Club New York und ADC Deutschland.
Isabella Til lebt und arbeitet in Düsseldorf.